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Das Leuchtturmprojekt im Rahmen des Konjunkturpakets II

von Ralf Keiser

 

Im Rahmen des Konjunkturpakets II haben die Berufsbildenden Schulen Papenburg - gewerbliche und kaufmännische Fachrichtungen, eine finanzielle Förderung für den Aufbau eines Innovations- und Zukunftszentrums erhalten.

Gemäß der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen im Rahmen des Konjunkturpaketes II – Förderschwerpunkt Schulinfrastruktur- ist das Ziel:

„… mit den Innovations- und Zukunftszentren Schwerpunktschulen zu schaffen, die in bestimmten Technik- und Berufsbereichen die neuesten technischen und didaktischen Entwicklungen vorbildlich gestalten…“.

 

Die BBS Papenburg g/k ist als eine der großen berufsbildenden Schulen des Emslandes eine Bündelschule mit großem Einzugsbereich. Neben der kaufmännischen Abteilung hat die Schule einen großen gewerblich-technischen Bereich mit unterschiedlichen Berufsfeldern. Diese hat mit ihren Partnern in der Vergangenheit technische Inhalte in den Feldern Naturwissenschaft und Technik mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler berufs- und studierfähig zu machen und sie auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten, effektiv umgesetzt.

Mit den o. g. Fördergeldern besteht für die BBS-Papenburg die Möglichkeit, diese Aufgabe weiter auszugestalten und neue Felder zu erschließen.

Zur Umsetzung dieser Idee wurde an der Schule eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit der Konzeption, Ausgestaltung und Errichtung eines Innovations- und Zukunftszentrums befasst. Leitgedanke dieser Arbeitsgruppe ist der pädagogische Grundsatz, in den modernen Technologien Kernkompetenzen zu schaffen, zu sichern und darauf aufbauend Expertenwissen zu vermitteln. Dieser pädagogische Leitgedanke ist für die berufliche Grund- und Fachbildung, für die Vermittlung der Fachhochschul- und Hochschulreife sowie für den außerschulischen Fortbildungsbereich anwendbar.

In der Konzeption ist der Bildungsbedarf der regionalen Handwerks- und Industriebetriebe wie z.B. Meyer-Werft, KS-Gleitlager u.a. berücksichtigt worden. Darauf aufbauend sollen in Modulen themenzentrierte Schulungen für die Erstausbildung, Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildung stattfinden. Die Einrichtung ist zusätzlich darauf ausgerichtet, zukünftigen Kooperationspartnern aus Handwerk und Industrie, Kammern und Innungen (z. B. IHK, HWK), anderen Bildungsträgern (z. B. VHS, BTZ, HÖB) und allgemeinbildenden Schulen die Nutzung der Räume und der Ausstattung zu gewähren.

Das Innovations- und  besteht im Wesentlichen aus drei neugestalteten Unterrichtsräumen mit bereits bestehenden Verbundräumen.

Die neugestalteten Räume sind ein CAD/CAM Zentrum, ein Unterrichtsraum für Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie ein Raum mit einer flexiblen Fertigungsanlage, bestehend aus mechatronischen Komponenten. Für den Unterrichtsraum mit der flexiblen Fertigungsstraße wird ein Anbau errichtet.

 

Innovations-_und_Kompetenzzentrum

Bild 1: Lageplan: Innovations- und Kompetenzzentrum



In diesen Räumen können praxisnah an realen Modellen folgende Inhalte unterrichtet werden:

  • Pneumatische Systeme/ pneumatische Steuerungen.
  • CAD/CAM Technik (z.B. Catia, MegaCAD)
  • Prozessvisualisierung (z.B. WinCC, WinCC flexible, ProVisIT)
  • Prozesssteuerung (z.B.: Siemens, Phoenix)
  • Busvernetzte SPS-Steuerungen (z.B.: PROFIBUS, PROFINET)
  • Steuerungen mit Frequenzumrichter
  • Robotik

 

Der neue Unterrichtsraum im Anbau mit der flexiblen Fertigungsanlage bekommt durch seine praxisnahen Modelle, die auch flexibel in Verbundräumen eingesetzt werden können, eine zentrale Stellung.

 

Flexible_Fertigungsanlage

Bild 2: Grundriss Raum B014a: Flexible Fertigungsanlage

 

Dieser Raum ist in zwei Bereiche geteilt:

  • Der erste Abschnitt besteht aus Schülerarbeitsplätzen mit Labortischen und flexibel kombinierbaren Anlagenmodulen und eignet sich im Wesentlichen für die Vermittlung von Grundlagenwissen.
  • Der zweite Abschnitt bildet einen Fertigungsprozess nach, in dem mehrere Techniken (z.B. Steuerungstechnik und Robotik) verwendet werden und eignet sich zur Vermittlung von Aufbau- bzw. Expertenwissen.

Schlerarbeitsplatz_mit_Labortisch

Bild 3: Abschnitt1: Schülerarbeitsplatz mit Labortisch

 

Nachbildung_eines_Fertigungsprozesses

 

Bild 4: Abschnitt 2: Karree mit Nachbildung eines Fertigungsprozesses

 

Durch die dargestellte, gewählte Ausstattung für das Innovations- und Zukunftszentrum an der BBS- Papenburg g/k, der zurzeit vorhandenen technischen Ausstattung sowie der pädagogischen Kompetenz der Lehrkräfte an dieser Schule und in außerschulischen Einrichtungen der Region, soll das neu errichtete Bildungszentrum nachhaltig Impulse für die Betriebe und den oben genannten Kooperationspartnern setzen. Es soll als anerkanntes Schulungszentrum in der Region eine zentrale Stellung bekommen und im Sinne des Konjunkturpaketes II eine  „Schwerpunktschule werden, die in der gewählten Technik- und des Berufsbereichs die neuesten technischen und didaktischen Entwicklungen vorbildlich zu gestalten vermag“ und somit im übertragenden Sinne eine Leuchtturmwirkung für die Region darstellen.